Boa c. longicauda (Price & Russo, 1991)

Deutsche Bezeichnung: Langschwanzboa, Tumbesboa
Englische Bezeichnung: Peru Longtail Boa, Tumbes Black Boa

Verbreitungsgebiet
Langschwanzboas stammen aus der obersten Nord-West-Spitze Perus und kommen nur in einem kleinen Gebiet innerhalb des Departement Tumbes vor. Eventuell reicht das Verbreitungsgebiet auch noch bis in den Süden Ecuadors hinein. Tumbes grenzt im Westen an den Pazifischen Ozean, im Norden und Osten an Ecuador. In Tumbes sind die meisten Wälder im Landesinneren Trockenwälder, in Küstennähe sind die Wälder feuchter und es hat viele Mangroven, in denen ein feuchtwarmes Klima herrscht. Den Grossteil des Jahres über ist es sehr warm (über 28°C) und die Regenzeit ist von Dezember bis März. Sollte das Klimaereignis "El Niño" während dieser Zeit auftreten, regnet es wesentlich mehr.

Allgemeines/Merkmale
Boa c. longicauda ist eine sehr interessante Unterart, sie wurde erstmalig 1991 von Robert Price und Paul Russo beschrieben und ist somit wohl die jüngste Entdeckung unter den Boa constrictor Unterarten. Besonders interessant ist die Kopfzeichnung, die im Gegensatz zu anderen Unterarten sehr stark ausgeprägt ist und meist tief schwarz ist. Die markante Kopfzeichnung entwickelt sich erst mit zunehmendem Alter, als Neugeborene sehen sie noch sehr unscheinbar aus und die Kopfzeichnung ist noch nicht klar ersichtlich. Die Zeichnung der meisten Longicaudas ist ebenso dunkel wie die Kopfzeichnung, auch die Schwanzflecken sind schwarz und meist gelblich bis weiss umrandet. Den Namen "Boa constrictor longicauda bekamen sie, weil man zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung meinte, ihre Schwänze und Hemipenis seien länger als bei anderen Boa constrictor. Das wurde mittlerweile aber widerlegt.

Langschwanzboas werden relativ gross, adulte Weibchen können auch bei zurückhaltender Fütterung 200cm lang werden. Eines meiner Weibchen war im Alter von 4 Jahren etwas über zwei Meter lang, bei einem Gewicht von 7kg und das obwohl ich eher zurückhaltend füttere. Mittlerweile füttere ich die Weibchen mit grossen Ratten und angemessenen Kaninchen. Männchen bleiben meist kleiner, man sollte ihnen auch entsprechend ihrem Appetit weniger Futter geben, was für die Zucht auch von Vorteil ist. Meine Männchen bekommen nur alle 3-5 Wochen etwas zu fressen. Vor und während der Paarungszeit nehmen sie teilweise zwei bis drei Fütterungen kein Futter an, wobei das sicher nicht die Regel sein muss und es bestimmt Männchen gibt die deutlich mehr Appetit haben! Diese Unterschiede führen auch dazu, dass der Grössenunterschied und vor allem der Massenunterschied zwischen den Weibchen und Männchen sehr deutlich ist. Meine Männchen wiegen zwischen 1.5 und 2kg bei einer Grösse von gut 160cm und die Weibchen 8-9kg bei einer Grösse von 215-230cm, wobei sie zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt sind.

Haltung
Langschwanzboas sind allgemein eher mit Imperatoren zu vergleichen, sie sind eigentlich genau so robust und umgänglich wie diese. Als Neugeborene sind sie nicht so empfindlich wie manche Rotschwanzboa was zu grosses Futter angeht und sie fressen meist bald einmal selbstständig. Da die Temperatur in Tumbes etwas höher ist und die Wälder nicht überall so feucht sind wie im Amazonas Tiefland, fühlen sich die meisten Longicaudas bei etwas wärmeren Temperaturen von durchschnittlich 29°C wohl und benötigen auch keine so hohe Luftfeuchtigkeit wie Boas aus dem Amazonas-Becken, ich habe gute Erfahrungen gemacht mit durchschnittlichen 60-65%. Im Terrarium sind natürlich Zonen mit verschiedenen Temperaturen von Vorteil, so können sich die Boas ihre bevorzugte Temperatur selber aussuchen.