Boa c. constrictor (Linnaeus, 1758)
Verbreitungsgebiet Kolumbien
| Deutsche Bezeichnung: | Abgottschlange, Rotschwanzboa |
| Englische Bezeichnung: | Redtail Boa |
Verbreitungsgebiet
Diese Tiere sind sehr interessant was ihre Herkunft betrifft. Sie stammen aus der Region um Villavicencio, Hauptstadt des Departamento Meta. Ihren Namen bekam die Stadt zu Ehren des Freiheitskämpfers Antonio Villavicencio. Die Stadt liegt am Fusse der Anden auf etwas mehr als 400m über Meer. Das Klima dort ist tropisch feucht-warm bei einer durchschnittlichen Temperatur von etwa 27°C und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Die Stadt hat über eine Viertel Mio. Einwohner und ist bis heute ein grosser Warenumschlagsplatz in Kolumbien, bedingt durch ihre Lage zwischen den Llanos und Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Um die Stadt herum wird viel Landwirtschaft betrieben und zum Beispiel Bananen angebaut. Östlich von Villavicencio erstreckt sich das Tieflandplateau durch welches, neben vielen kleineren, der grosse Fluss Meta fliest und in Venezuela in den Orinoco mündet. Die Llanos Orientales, wie das Gebiet zwischen Villavicencio und Venezuela auch genannt wird, bestehen vor allem aus Feuchtsavannen die für heftige Niederschläge und oft nicht mehr befahrbare Strassen in der Regenzeit bekannt sind. Niederschlagsmengen von über 10’000mm/m2 pro Jahr sind keine Seltenheit und im Norden fällt in einigen Gebieten sogar über 15’000mm/m2. Neben einigen wenigen Viehwirtschaften sind die Llanos Orientales kaum besiedelt. In südlicher und südöstlicher Richtung von Villavicencio aus, also Richtung Amazonas, herrscht dichter Regenwald vor. Dieses Gebiet ist für seine grosse Artenvielfalt bekannt und ebenfalls kaum besiedelt, bis auf einige wenige indigene Völker.
Allgemeines/Merkmale
Was diese Tiere speziell mach ist, dass ihr Verbreitungsgebiet sehr nahe an dem der kolumbianischen Boa c. imperator liegt. Es könnte sich laut Dr. Ian Stephan (welcher über längere Zeit in Kolumbien gelebt hat und Boa constrictor untersuchte) um eine natürliche Übergangsform handeln. Deshalb sieht man auch schon Ähnlichkeiten zu den Imperatoren betreffend Zeichnung und Färbung. Interessant ist auch, dass sie wohl nicht die Grösse von Kolumbianischen Imperatoren erreichen, die Eltern meiner Tiere waren beide nicht weit über 200cm lang. An meinen kann man auch die grosse Varietät von Boa constrictor sehen, sie stammen aus demselben Gebiet und doch sehen sie sehr unterschiedlich aus. Das Männchen hat einen hohen Anteil an Orange- und Rottönen und eine leichte Pastellfärbung an den Flanken. Das Weibchen hat sehr wenig Rotanteil und relativ dunkle Sattelflecken. Der Schwanz hebt sich bei ihr kaum von den Sattelflecken ab und die Grundfarbe ist ein sehr helles beigefarbenes Braun das durch die dunkle Zeichnung sehr gut zur Geltung kommt.
Haltung
Die Tiere sind sehr gute Fresser und auch nicht wählerisch was das Futter betrifft. Was die Luftfeuchtigkeit im Terrarium angeht, sind sie nicht so empfindlich wie Surinam Tiere, obwohl sie aus einem relativ feuchten Gebiet stammen. Sie Häuten sich bei derselben Luftfeuchtigkeit, die ich bei den Peruanern aufrecht halte, anstandslos. Meine Tiere sind bedingt durch ihre Gier relativ neugierig und immer auf Futtersuche, deshalb muss ich mich ihnen meist vorsichtiger nähern als Anderen. Grundsätzlich hatte ich bisher nie Probleme mit Ihnen und sie bereiten durch ihre vitale Art immer wieder Freude aufs Neue.





